Ausheizen laut Ö-Norm

AUSHEIZVORGANG

Mit dem Ausheizvorgang darf erst nach Erreichen der für die einzelnen Estricharten erforderlichen Mindesterhärtungszeit begonnen werden. Diese beträgt bei zementgebundenen Estrichen grundsätzlich bei 21 Tagen,
verlängert sich jedoch bei niederen Temperaturen immer (auch bei der Zugabe von Beschleunigern!) gemäss
vorheriger Formel, kann jedoch durch die Beigabe von Beschleunigern entsprechend den gesondert angeführten
Herstellerrichtlinien verkürzt werden.

Diese Richtlinien gelten immer, sofern der Hersteller von allenfalls verwendeten Zusatzmitteln, nicht ausdrücklich etwas anderes (z.B. hinsichtlich der Temperatursprünge) angeordnet wird.

Bei Beginn des Ausheizvorgangs muss die mittlere Raumtemperatur mindestens plus 15°C betragen und diese Temperatur etwa der Oberflächentemperatur des Estrichs entsprechen.

Die Vorlauftemperatur muss in Stufen von maximal 5°C pro 24 Stunden bis zur Erreichung der maximalen Vorlauf-
temperatur erhöht (= Aufheizzeit) werden. Diese muss solange beibehalten werden (= Standzeit), dass die Ausheizzeit (= Aufheizzeit + Standzeit + Abheizzeit) mindestens 11 Tage beträgt. Das Abheizen muss in Temperaturstufen und von täglich maximal 10°C erfolgen.

Während des Ausheizen ist der Raum zu be- und entlüften, wobei Zugluft zu vermeiden ist.

Der Ausheizvorgang ist wie oben erwähnt zu wiederholen, wenn die Heizleiter mehr als 1,5 cm über der Abdeckung im Estrich angehoben verlegt sind oder die Prüfung der Restfeuchtigkeit zu hoch ist.

Wenn auf dem Estrich dampfbremsende Bodenbeläge (z.B. aus PVC, keramischen Fliesen, etc.) oder Holzfußböden verlegt werden, ist der Estrich nach einer dreitägigen Auskühlung nochmals bis zur maximalen Vorlauftemperatur aufzuheizen und diese Temperatur mindestens 24 Stunden beizubehalten. Das Auf- und Abheizen muss in diesem Fall nicht mehr in Stufen erfolgen.

Für das Ausheizen ist eine Regeleinrichtung zwingend erforderlich!

Vor dem Beginn des Ausheizvorganges muss grundsätzlich (unabhängig von der Verwendung eines Zusatzmittels) zunächst die Mindesterhärtungszeit erreicht werden, die wie folgt zu berechnen ist:

Die mittlere Raumtemperatur muss mindestens +15° C betragen.

Falls diese nicht erreicht wird, verlängert sich die Mindesterhärtungszeit wie folgt:

ŸTage mit einer mittleren Raumtemperatur zwischen +5° C und +15° C sind mit 0,7 Tagen zu berücksichtigen.
Ÿ
Tage unter +5° C zählen bei der Dauer der Mindesterhärtungszeit überhaupt nicht, sodass sich die Mindest-
erhärtungszeit um diesen Zeitraum verlängert.

Beispiel:
Beträgt die Mindesterhärtungszeit, so wie dies ohne Verwendung von Beschleunigern bei Zementestrich der Fall ist,
21 Tage errechnet sich diese wie folgt:

Ÿ
Die Temperatur beträgt 3 Tage unter +5° C = 0
Ÿ
Die Temperatur beträgt 10 Tage +5° C und +15° C und +15° C = 10*0,7=7
Ÿ
Die Temperatur ist 14 Tage über +15° C: diese Tage zählen voll = 14 Tage

Insgesamt vergehen unter diesen Bedingungen daher 27 Tage bis die Mindesterhärtungszeit erreicht ist!